Was ist Astrologie?

Pelin Kaya Von Pelin Kaya

Was ist Astrologie? Geschichte, Systeme und moderne Zweige

Astrologie begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden. Schon frühe Hochkulturen beobachteten den Himmel und versuchten, aus den Bewegungen von Sonne, Mond und Planeten eine Bedeutung für das menschliche Leben abzuleiten.

Aus diesen frühen Beobachtungen entstand nach und nach ein komplexes System von Symbolen, Regeln und Deutungen, das wir heute Astrologie nennen. Es ist die Kunst, die Zeitqualität zu lesen und zu verstehen.

Übersicht der astrologischen Planeten-Symbole für Sonne, Mond, Erde, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Neptun, Uranus, Pluto und Mondknoten
Planetensymbole

Ein Blick zurück: Die Geschichte der Astrologie

Historisch gesehen hat die Astrologie ihren Ursprung vor allem in Mesopotamien. Priester deuteten dort Himmelszeichen als Botschaften der Götter an Könige und Reiche. Später übernahmen Ägypter und Griechen diese Ideen und entwickelten sie weiter.

In der hellenistischen Zeit entstand der Horoskopkreis mit zwölf Tierkreiszeichen, wie wir ihn heute kennen. Im Mittelalter war Astrologie ein fester Bestandteil der Gelehrtenkultur. Sie wurde an Universitäten gelehrt und war eng mit Medizin, Philosophie und Astronomie verbunden. Erst mit dem Aufstieg der modernen Naturwissenschaft verlor die Astrologie ihren „offiziellen“ akademischen Platz, blieb aber in der Alltagspraxis, in psychologischen und esoterischen Strömungen bis heute lebendig.

Beispiel eines westlichen Geburtshoroskops mit Häusern, Aspekten und Planeten im Radix-Rad
12 Sternzeichen und der Horoskopradix

Die 3 großen Weltsysteme der Astrologie

Wenn Menschen heute von Astrologie sprechen, meinen sie meist die westliche Variante. Dabei gibt es weltweit mehrere große astrologische Traditionen, die sich in Berechnung, Symbolik und Schwerpunkt unterscheiden. Hier ein Überblick über die drei bekanntesten Systeme:

1. Westliche Astrologie

Die westliche Astrologie – mit der ich auch arbeite – orientiert sich am tropischen Tierkreis. Der Nullpunkt (Widder) beginnt immer exakt mit dem astronomischen Frühlingsanfang, egal wie sich die Sternbilder am Himmel über Jahrtausende verschoben haben.

Im Mittelpunkt steht meist das Geburtshoroskop (Radix) einer Person. Anhand von Sonnenzeichen, Aszendent, Mond und Planeten in den Häusern wird gedeutet:

  • Welche Veranlagungen bringst du mit?
  • Welche Bedürfnisse und Lebensaufgaben hast du?

Auch Partnerschaftsastrologie (Synastrie), Berufsthemen und die Analyse der aktuellen Zeitqualität (Transite) gehören fest zu diesem System.

2. Vedische Astrologie (Jyotish)

Die vedische Astrologie, auch Jyotish („Wissenschaft des Lichts“) genannt, stammt aus Indien. Sie arbeitet in der Regel mit einem siderischen Tierkreis, der sich stärker an den tatsächlichen Sternbildern am Himmel orientiert.

Ein wichtiger Unterschied zur westlichen Sicht ist der starke Fokus auf Karma und Lebensaufgabe. Die vedische Astrologie legt großen Wert auf:

  • Zeitzyklen (die sogenannten Dasa-Perioden).
  • Die feine Stellung des Mondes in den 27 Mondhäusern (Nakshatras).

Sie wird traditionell oft genutzt, um wichtige Entscheidungen strategisch zu planen, Eheschließungen zu prüfen oder spirituelle Wege zu unterstützen.

3. Chinesische Astrologie

Die chinesische Astrologie folgt einem gänzlich anderen System. Hier spielen die zwölf Tierzeichen (Ratte, Büffel, Tiger, etc.) eine zentrale Rolle, die sich im jährlichen Rhythmus abwechseln – anders als die monatlichen Wechsel im Westen.

Zusätzlich kommen die fünf Elemente hinzu: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Auch in der chinesischen Astrologie geht es um Charakteranalysen, Beziehungen und Lebenszyklen, aber mit einer anderen Symbolik und Logik. Sie ist oft eng mit anderen fernöstlichen Lehrsystemen wie Feng Shui oder der Ba Zi Analyse (Die vier Säulen des Schicksals) verbunden.

Moderne Zweige: Spezialgebiete der Deutung

Neben diesen großen Traditionen haben sich innerhalb der Astrologie verschiedene Fachzweige herausgebildet. Ein Geburtshoroskop kann aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln interpretiert werden, je nachdem, welche Frage im Vordergrund steht.

Medizinische Astrologie

Dieser Zweig beschäftigt sich mit dem symbolischen Zusammenhang zwischen Körper, Gesundheit und Horoskop. Bestimmte Zeichen, Planeten und Häuser werden mit Körperbereichen, Organen und Anfälligkeiten in Verbindung gebracht.

Wichtig: Das Ziel ist nicht, eine Diagnose im schulmedizinischen Sinn zu stellen, sondern eine „Landkarte“ der körperlichen Stärken und Schwächen zu lesen. So können Tendenzen zu Stress, empfindliche Organsysteme oder Themen wie Ernährung und Regeneration betrachtet werden. In der Praxis dient dies meist als wertvolle Ergänzung zu anderen Heilmethoden.

Finanzastrologie

Die Finanzastrologie legt den Fokus auf Geld, Märkte und wirtschaftliche Zyklen. Hier werden Planetenzyklen und Aspekte analysiert, um Trends an Börsen, bei Währungen oder Kryptowährungen zu deuten.

Es geht weniger darum, einen einzelnen Aktienkurs exakt vorherzusagen, sondern um die Zeitqualität der Märkte: Ist die Phase eher stabil, risikoreich, expansiv oder defensiv? Dieser Zweig verbindet oft die Mundane Astrologie (die Deutung kollektiver Ereignisse) mit konkreten Wirtschaftsfragen.

Karmische Astrologie

Die karmische Astrologie schaut vor allem auf die seelische Entwicklung. Sie interpretiert das Horoskop als Plan mitgebrachter Muster und Aufgaben. Wichtige Faktoren sind hier:

  • Die Mondknoten (Rahu & Ketu).
  • Saturnstellungen.
  • Retrograde (rückläufige) Planeten.

Sie stellt Fragen wie: „Welche Themen wiederholen sich in meinem Leben?“ oder „Warum ziehen mich bestimmte Menschen immer wieder an?“. Es geht darum, alte Geschichten loszulassen und Verantwortung für den eigenen Seelenweg zu übernehmen.

Fazit: Alles ist miteinander verbunden

Der Unterschied zwischen diesen Zweigen liegt nicht darin, dass verschiedene Horoskope berechnet werden, sondern darin, welcher Fokus gesetzt wird. Ein und dasselbe Radix kann medizinisch, finanziell oder karmisch gedeutet werden.

Trotz aller Unterschiede haben alle astrologischen Systeme eines gemeinsam: Sie verstehen den Menschen als Teil eines größeren Ganzen. Die Bewegungen am Himmel werden nicht als Ursache, sondern als Spiegel innerer und äußerer Prozesse gesehen („Wie oben, so unten“).

Ob du Astrologie vor allem als Symbolsprache für deine Selbsterkenntnis nutzt oder als Werkzeug für Entscheidungen – es bleibt ein faszinierendes Feld, in dem sich Geschichte, Psychologie und Spiritualität begegnen.

Möchtest du wissen, was dein persönliches Horoskop über deinen Lebensweg verrät? Als Astrologin werfe ich gerne einen Blick in deine Sterne.

Pelin Kaya
Geschrieben von

Pelin Kaya

Ich bin Pelin, und ich sehe das Leben als ein Kunstwerk, das wir jeden Tag neu malen. Die Astrologie ist dabei mein Pinsel, mit dem ich die Farben deiner Seele sichtbar mache. Geboren und aufgewachsen in Österreich, habe ich schon früh gemerkt, dass es zwischen Himmel und Erde mehr gibt, als wir sehen. Doch statt mich in Träumereien zu verlieren, habe ich mein Handwerk gelernt – präzise, fundiert und psychologisch.